Gottesbeweis

Der Gottesbeweis ist kurz und bündig, eindeutig und klar. Jedoch braucht er gegebenfalls eine Vorbereitung, durch die sich das eigene Bewusstsein dafür freiwillig öffnet. Daher gibt es vorab eine dreiteilige Gebrauchsanweisung.

Gebrauchsanweisung:

 

Darlegung

Beginnen wir mit Charaktereigenschaften von Illusionen. Sie müssten perspektivisch sein, d.h. vom Subjekt geprägt und beeinflusst, so dass in diesem eine scheinbare Realität erzeugt werden kann. Wenn etwas objektiv ist, eignet es sich wohl kaum für Illusionen, da es an sich so wäre, wie es ist, unabhängig vom Einfluss eines Subjektes als Betrachter.

Darüber hinaus müssen Illusionen vergänglich sein, instabil sein, sonst wären sie keine Illusionen, sondern dauerhafte Wirklichkeit, d.h. sie müssen einen Anfang und ein Ende haben. All diese Merkmale treffen auf unsere Wahrnehmung zu, sowohl mit den Sinnen als auch auf die Wahrnehmung von Gedanken.

Wahrnehmung ist also Illusion, das bestätigt auch die Wissenschaft seit der Atom- und Quantenphysik. Diese hat die von uns wahrgenommene Materie immer weiter analysiert, bis schließlich keine Materie mehr übrig geblieben ist. Materie besteht nicht aus sich selbst heraus, sondern aus Nicht-Materie, und dazu ganz viel leerem Raum. Materie ist also an sich leer, daher eignet sie sich so hervorragend für Illusionen, die wir auch als Projektionen des Bewusstseins des betrachtenden Subjektes ansehen können.

Realität müsste davon als Wirklichkeit und objektive Wahrheit grundverschieden sein. Sie dürfte nicht den perspektivischen Illusionen eines wahrnehmenden Subjektes unterliegen, sie dürfte also nicht im Wahrnehmungsprozess verankert oder beheimatet sein, d.h. sie kann nicht von der Wahrnehmung erfasst werden. Sonst wäre sie ja Teil des Reichs der Illusionen.

Die Nicht-Wahrnehmbarkeit von Realität ist also kein Beweis ihrer Nicht-Existenz, sondern Voraussetzung ihrer Existenz!

Wie steht es um die Eigenschaft der Vergänglichkeit? Eine Realität müsste nicht nur objektiv, sondern auch mit der objektiven Existenz zusammenhängend stabil, zuverlässig und dauerhaft sein, alles Eigenschaften, die auf die Illusionen der Wahrnehmung nicht zutreffen. Sie müsste auch aus sich selbst heraus bestehen, in sich selbst ruhen, um in ihrer Existenz unabhängig von etwas anderem zu sein, was nur Nicht-Realität sein kann.

Illusionen bestehen gerade nicht aus sich selbst heraus, sie sind vergängliche Konstrukte der Wahrnehmung, bedingt durch Bewegungen in Raum und Zeit, die sich temporär bilden und dann wieder auseinanderfallen, vom Atom bis zum Universum. Dabei sind alle Objekte der Wahrnehmung zusammengesetzt, allein schon aus dem Kontakt von Subjekt und Objekt der Wahrnehmung, aber auch sowohl das Subjekt an sich als auch das Objekt an sich sind wiederum zusammengesetzt. Subjekte und Objekte analysierend und bis auf das kleinste Element auseinandernehmend, enden wir immer wieder bei der Nicht-Materie. Nichts besteht in der Welt der Illusionen aus sich selbst heraus und das trifft auf allen Ebenen zu.

Wenn also alles in den Illusionen aus etwas anderem besteht, muss die Illusion an sich letztendlich aus Nicht-Illusionen bestehen, muss die zusammengesetzte Vergänglichkeit an sich als durchgängiges Grundmerkmal der Illusionen auch aus etwas anderem zusammengesetzt sein.

Folglich muss zusammengesetzte Vergänglichkeit aus einer nicht-zusammengesetzten Nicht-Vergänglichkeit bestehen.

Diese nicht-zusammengesetzte Nicht-Vergänglichkeit ist Nicht-Illusion, ist die Realität, die dauerhafte aus sich selbst heraus bestehende Wirklichkeit. Die Existenz bzw. korrekterweise die Nicht-Existenz von Illusionen verweist daher auf die Existenz der Wirklichkeit und bestätigt sie, aus der heraus und sich von dieser unterscheidend sie sich zusammensetzt.

Das haben die führenden Quantenphysiker des letzten Jahrhunderts auch schon erkannt, wir haben es nur erfolgreich ignoriert und verdrängt. An dieser Stelle nur als Anmerkung: Auf dieser Basis könnten wir eigentlich kein materialistisches Wohlstands- und Wachstumsmodell mehr haben, es steht als „irrational“ im direkten Gegensatz und Widerspruch zur wissenschaftlichen Rationalität und ist rational betrachtet im wahrsten Sinne des Wortes Schwachsinn, da es auf schwachen („unwissenden“) Sinneswahrnehmungen beruht, dennoch klammern wir uns unbeirrt an unsere materiellen Illusionen, die wir aus Nichts bzw. Nicht-Materie erzeugen. Dass aus diesem materialistischen Ansatz auch noch Zufriedenheit entstehen soll, muss einer illusionären Logik folgen.

Wer glaubt, dass aus dem Klammern an nicht existierende Materie Wohlstand und Fortschritt, Lebensfreude und Zufriedenheit entstehen können, muss einem magischen Aberglauben unterliegen.

Dabei ist doch die faszinierende Frage, was ist das für ein erstaunliches Bewusstsein, dass zu offensichtlich derartig überzeugenden Illusionen fähig ist, so dass wir weiterhin an sie glauben wollen?

Dieses Bewusstsein ist sowohl von Subjekt als auch vom Objekt der Wahrnehmung zu differenzieren und kann nicht selbst Illusion sein, da die Wahrnehmung aus Subjekt und Objekt als Illusion nicht aus sich selbst heraus bestehen kann. Dieses nicht-wahrnehmbare Bewusstsein kann nur Teil der oben beschriebenen Realität sein.

Diese Realität kann auch als Gott bezeichnet werden, weil Gott die Eigenschaften der Realität als eigenständige Existenz, absolute Wirklichkeit, Dauerhaftigkeit, Beständigkeit, Zuverlässigkeit auf sich vereinigt. Dazu gehören auch Liebe, Daseinsfreude und Frieden, ja sogar Wohlstand. Denn wie kann es um etwas wohl stehen, das Illusion ist?

Wenn diese Qualitäten nicht von Gott und durch Gott wären und jenseits der Wahrnehmung sicher und geschützt wären, wären sie Illusionen. Aber Gott sei Dank sind sie wirklich.

Weil sie wie Gott und durch Gott sind, können wir sie auch ebenso wenig an sich wahrnehmen wie wir Gott wahrnehmen können. Wir können vorübergehende Gefühle als Liebe interpretieren, vorübergehende Situationen als Frieden bezeichnen, schöne vorübergehende Momente und Erfahrungen als Lebens- oder Daseinsfreude, aber sie sind nie die Liebe, der Frieden oder die Freude an sich. Sie können durch Wahrnehmung nicht erfasst und begrenzt werden, weil sie real und so absolut sind wie Gott selbst.

Das Absolute ist nicht wahrnehmbar, sondern wahr!

Unser Bewusstsein ist wie oben geschildert als Realität natürlich mit Gott verbunden, es ist wahr, ist Liebe, reine Daseinsfreude und Frieden. Wir merken es nur nicht, weil wir unsere Aufmerksamkeit stets auf die Illusionen richten und ihnen eine Bedeutung geben, die sie gar nicht haben. Bedeutung kann nur im Bewusstsein selbst liegen, muss beständig sein, um einen Wert an sich zu haben, ansonsten ist die Bedeutung nur eine temporäre Illusion.

Freilich redet uns die Stimme des Subjekts der Wahrnehmung, welches mit den Illusionen interagiert und selbst Teil dieser Illusionen ist, ein, es gäbe nur diese Illusionen, diese wären die Realität und eine andere gäbe es nicht. Das sind die vom Ego gemachten Vorstellungen von Realität, dem Ego als die illusionäre subjektive Identität, die benötigt wird, um in die Illusionen eine scheinbare Bedeutung zu projizieren.

Lasst uns unsere Aufmerksamkeit statt auf das Ego und seine Illusionsobjekte auf unser Bewusstsein als solches richten und dann wird der Gottesbeweis nicht nur nachvollzogen, sondern auch bewusst.